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Über die aktuellen Veranstaltungen informieren wir sie gerne fortlaufend per E-Mail, wenn Sie uns hiermit ihre E-Mail-Adresse mitteilen. In der Ehemaligen Synagoge finden auch Veranstaltungen statt, die nicht von diesem Arbeitskreis organisiert werden, sondern von anderen Einrichtungen. Sie finden hier das aktuelle Programm des Kulturfördervereins in Hirschberg.

Termin Die Veranstaltung finden statt in der Ehemaligen Synagoge Leutershausen, Hauptstr. 27, 69493 Hirschberg.  Hier finden Sie eine Straßenkarte.
11. Nov.

18:00 Uhr

„Hier im Dorf ist keiner totgeprügelt worden“

Rückkehr jüdischer Nachbarn im ländlichen Raum

Vortrag von Anna Junge
Zentrum für Antisemitismusforschung Berlin

In Hessen existierten bis zur der Zeit des Nationalsozialismus besonders viele jüdische Landgemeinden. Heute zeugen davon jüdische Friedhöfe und Synagogengebäude oder jüdische Schulen, die zum Teil seit den Novemberpogromen 1938 unverändert als Scheune genutzt oder bewohnt werden. Die Bewohner und Bewohnerinnen der Orte duldeten diese jüdischen Spuren bei gleichzeitiger, zum Teil noch bis heute bestehender Abwehr einer öffentlichen Auseinandersetzung oder einer Weitergabe der Erinnerungen.

1945 gab es keine ‚Stunde Null’ – vielmehr gab es ein Wiedersehen mit zahlreichen Begegnungen: Jüdische Soldaten als Angehörige der alliierten Streitkräfte besuchten ihre Herkunftsdörfer, Jüdinnen und Juden überlebten in ‚Mischehen’, andere kehrten aus Konzentrations- und Vernichtungslagern zurück, besuchsweise auf der Suche nach Verwandten oder auch, um wieder langfristig sesshaft zu werden. Wie wurden die Überlebenden 1945 von ihren Nachbarn empfangen? Welche Auseinandersetzungen erfolgten und inwiefern wurde hier die Vergangenheit verhandelt?

Anna Junge berichtet in ihrem Vortrag von Lokalforschungen und Interviewerfahrungen mit jüdischen und nichtjüdischen Zeitzeugen zu Nationalsozialismus und Nachkriegsgeschichte im ländlichen Hessen. Welche Geschichten werden heute wie erzählt und gedeutet? Und mit welchen Problemen sind Lokalforschungen zu Nationalsozialismus und jüdischer Geschichte heute konfrontiert?

 

Anna Junge studierte Jura sowie den Masterstudiengang „Holocaust Communication and Tolerance“ in Berlin. Seit Ende 2016 ist Anna Junge Doktorandin am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin.